Werkstatt Integration macht Pause

Eine private Initiative startete im November 2014 mit einem Sprachkurs für Asylbewerber. Im Juni 2015 entstand daraus die gemeinnützige Gesellschaft WERKSTATT INTEGRATION mit einer ganzheitlichen Betrachtung und professionellen Vorgehensweise, in einer Mischung aus ehrenamtlichen Leitungskräften und bezahlten Fachkräften.
Erstes Ziel war die Einbindung von Flüchtlingen möglichst zeitnah nach ihrer Ankunft in geordnete Abläufe, um Langeweile mit unangenehmen Begleiterscheinungen zu vermeiden. Damals waren Neuankömmlinge 1 bis 2 Jahre zum Nichtstun gezwungen, bis sie bei positivem Asylbescheid Anspruch auf Integrationskurse bekamen. Danach gab es nochmals Wartezeiten von 6 bis 9 Monaten, weil die zertifizierten Sprachschulen völlig überlastet waren. In diese Lücke sprang WERKSTATT INTEGRATION ein mit unentgeltlichen Sprachkursen ohne Vorbedingungen. Ein stabiler Schulbetrieb wurde eingerichtet mit einem angestellten syrischen Vollzeitlehrer und zeitweise bis zu 7 deutschen Teilzeitlehrern. Laufende Kosten wurden überwiegend mit stetig eingeworbenen Spenden finanziert. Firmen sponserten Kursraum und Ausstattung.
Ab August 2015 sind zusätzlich Vermittlungshilfen für Ausbildung und Arbeit angelaufen.

Inzwischen kommen sehr viel weniger Flüchtlinge ins Land. Parallel wurden die vom Staat bezahlten Strukturen drastisch ausgeweitet mit Sprachkursen, Integrationshelfern, Integrationsbeauftragten, Kümmerern, usw.. Der in den Chaosjahren geleistete Notfalleinsatz ist damit großteils entbehrlich. WERKSTATT INTEGRATION stellt deshalb mit Abschluß des letzten Sprachkurses Mitte Oktober 2017 seine Aktivitäten bis auf weiteres ein.

Die Bilanz des knapp dreijährigen Engagements kann sich sehen lassen:
  • WI hat insgesamt ca. 200 Flüchtlinge bereits während ihrer Wartephase in Deutsch unterrichtet, überwiegend bis zum Level A2 mit qualifizierten Zeugnissen.
  • WI hat 6 Kursteilnehmer in feste Arbeitsplätze und Lehrstellen vermittelt.
  • WI war Partner in Verbundprojekten mit Arbeitsagentur, Jobcenter, Ausbildungsstätten Bauunternehmen, die zu 20 Arbeitsstellen und 9 Lehrverträgen geführt haben.

Wir danken allen bisherigen Mitwirkenden und Spendern, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Im nächsten Schritt werden die Grundlagen gelegt für die bereits zu Beginn definierten Mittel- und Langfristziele – Schaffung von zur Qualifikation der Asylberechtigten passenden Arbeitsplätzen, Entwicklung günstiger innovativer Gebäudestrukturen, insbesondere für die Herkunftsländer als Aufbauhilfe und zur Minderung der Fluchtursachen.
Dazu sind jedoch zum Teil andere Strukturen erforderlich, die jetzt konzipiert werden.
Die weitaus schwierigere Arbeit steht damit noch bevor, insbesondere wenn die Politik die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen nicht praktikabler und realitätsnaher gestaltet.


WERKSTATT INTEGRATION
Jörg Rauschenberger jr@rauschenberger.de
Oktober 2017